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Nerd-Lexikon für Nicht-Nerds: Begriffe aus diversen Fachgebieten, für Nichtfachmänner verständlich erläutert. Über das Lexikon: Über das Lexikon.
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LILYPOND
(Kategorie: Computer, Musik)

LilyPond ist ein Programm zum Setzen von Noten.

Es handelt sich um ein quelloffenes und freies Programm, das Noten erzeugt - und zwar in einer Qualität, die (der bescheidenen Meinung des Autors nach) die von kommerzieller Software bei weitem übertrifft. Allerdings muss man sich in erheblicher Weise umgewöhnen, wenn man bisher Sibelius, Finale o.ä. benutzt hat - der Umstieg aber lohnt sich!

LilyPond wird nicht mit Maus "bedient", folgt also nicht dem What-you-see-is-what-you-get-Ansatz; vielmehr besteht der Vorgang des Notenschreibens darin, die Musik in eine Art Auszeichnungssprache zu überführen. Man beschreibt also, was in den Noten drinsteht: Hier hängt ein mezzoforte am Ton, da beginnt ein Bindebogen, hier wandert die Stimme in das System "RECHTS", dort beginnt ein Cluster, und hier hört das System der Geigen einfach auf. Hingegen muss man sich eigentlich keine Gedanken machen, wie die Note am Ende aussieht - man kann sich darauf konzentrieren, was in der Musik gemeint ist. Das Programm folgt also der Philosophie What you see is what you mean.

Ein Beispiel. Man schreibt also eine Textdatei z.B. mit diesem Inhalt:

\version "2.18.2"
\language "deutsch"
\relative c'' {
  c4\mf g a g |
  a8\< c h d c4\!\f g
  \bar "|."
}
und übergibt diese an LilyPond. Und heraus kommt dieses Ergebnis:

Sollte das Bild in Ihrem Browser etwas pixlig aussehen, dann schauen Sie diese PDF an.

Man beachte, dass hier keinerlei Änderungen von Hand vorgenommen wurden - dies ist der Standard-Output des Programmes! Sämtliche Dynamik, Artikulation, Text usw. wird einfach im Text mit den entsprechenden Noten zusammen eingegeben. Hat man die Syntax gelernt, ist es rasend schnell.

Und das Programm ist beliebig erweiterbar - mittels der Programmiersprache Scheme kann man sich jede erdenkliche Erweiterung schreiben...

Lilypond selbst läuft eigentlich auf der Kommandozeile, hat also selbst gar keine Fenster oder andere grafische Benutzeroberfläche. Aber natürlich gibt es so etwas trotzdem - LilyPond-Code schreiben mit Frescobaldi ist das Mittel der Wahl. Eine Programmoberfläche, die auf LilyPond zugeschnitten ist und viele Erleichterungen mitbringt. Theoretisch aber geht das Schreiben von LilyPond-Code mit jedem beliebigen Editor.

Genug der Begeisterung. Auf lilypond.org erfährt man alles weitere - u.a. gibt es dort einen lesenswerten Aufsatz über Computernotensatz.

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